Schützenbruderschaft St. Peter und St. Paul Schöppingen

- Thomas Bitter & Dorothe Kösters

Zum ersten Mal seit der Wiedergründung 1956 wird die Schützenbruderschaft St. Peter und St. Paul von ihrem Vorsitzenden regiert. Am Sonntag streckte Thomas Bitter beim Vogelschießen das hölzerne Federvieh zu Boden. Seine Majestät wählte Dorothe Kösters zu seiner Königin.

 

Die Kiste Bier hätte Geschäftsführer Helmut Möllenkotte verloren. Noch zwei Tage zuvor wollte er um jene Kiste wetten, dass der Vogel um 14 Uhr fällt, „plus minus eine Viertelstunde“. Doch die Obertorianer machten es noch fixer. Vielleicht lag es am ersten Gewittergrollen in der Ferne, das die Schützen ein wenig aufs Tempo drücken ließ. Kurz vor halb zwei verschafften die Verantwortlichen dem arg gerupften Vogel eine kurze Verschnaufpause.

„Die Jungs sprechen von höchstens zehn Schuss“, hieß während der Unterbrechung in der ersten Zuschauerreihe des sehr gut besuchten Schießens auf dem Hof Pohlkemper. Einer vermutete sogar, dass „es keine zwei Schuss mehr sind“. Doch so schnell ging es dann doch nicht. Thomas Bitter zielte nach der Pause als Erster mit dem von den Schießmeistern Elmar Möllenkotte, Andreas Niehoff und Andre Terinde verantworteten Gewehr auf den Holzkameraden.

Vier Mal schoss Bitter gleich in Serie. Da war klar: Der Vorsitzende der Schützenbruderschaft wollte im Jubiläumsjahr unbedingt auch die Königskette. Richtig ernst wurde es, als Carsten Janning mit ins Rennen um die Königswürde einstieg. Doch sein Schuss sollte der vorletzte sein. Mit der 244. Patrone holte Thomas Bitter um 13.34 Uhr die spärlichen Reste von der Stange. Prompt hoben die Obertorianer ihren neuen Regenten auf die Schultern. „Oh, lá, lá – wir haben einen König, oh, lá, lá – König wunderbar“, hallte es wiederholt lautstark über den Festplatz.

Das frühe Ende hatte sich schnell über die sozialen Netzwerke im Internet herumgesprochen. „Laura, der Vogel ist schon unten“, sagte ein Mädchen im Dorf um 13.58 Uhr enttäuscht zu der neben ihr mit dem Rad herfahrenden Freundin. Sie wollten offensichtlich gerade zum Vogelschießen fahren.

Den Thron komplettieren die Ehrendamen Petra Bitter und Ulrike Hermes sowie die Ehrenherren August Kösters und Markus Hermes.

Beim anschließenden Schafschießen erwies sich das kleine Holzschaf als äußerst standhafter Vertreter seiner Art. Erst mit dem 175. Schuss war auch sein Ende besiegelt. Erich Frenzel (St. Peter und St. Paul) gewann den Wettkampf, an dem alle Schöppinger Schützenvereine teilgenommen hatten. Frenzel durfte sich über einen Grill-Gutschein und zwei Fünf-Liter-Fässchen als Trophäe freuen. (Quelle: WN 06.07.2015, http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Schoeppingen/2038505-Vogel-fiel-am-Sonntag-um-13.34-Uhr-Thomas-Bitter-ist-neue-Majestaet)

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