Schützenbruderschaft St. Peter und St. Paul Schöppingen








-rs- Schöppingen. Die grün-weißen Fähnchen, die seit gut anderthalb
Wochen die Straßen des Obertores zieren, zeigen es: Das Schützenfest
der Bruderschaft St. Peter und Paul steht bevor. In
diesem Jahr feiern die Schützen ein Jubiläum: Zum 50. Mal jährt sich
die Wiedergründung nach dem Krieg. Aus diesem Anlass werfen die WN
einen Rückblick in die jüngere Geschichte des Vereins, dessen Vorgänger
bereits im 18. Jahrhundert gegründet worden war. In der zweiten Folge
wird Rückblick auf die Zeit von 1981 bis heute gehalten.

Unter dem
Vorsitz von Bruno Schmitz feiern die Obertorianer im Jahr 1981 ihr
25-jähriges Bestehen seit Wiedergründung. Jubiläumskönig wird Bernhard
Gausling, der sich Luise Potthoff zur Königin erwählt. Neben einem
großen Festball seinerzeit noch im Festzelt auf dem Platz am Alten
Rathaus findet auch ein Festumzug durch den Ort statt, dem zahlreiche
Schaulustige beiwohnen.

Ein Jahr später wartet Bernhard Hötker,
seinerzeit 2. Vorsitzender, während der Jahreshauptversammlung mit der
überraschenden Nachricht auf, dass die in den 1920er Jahren an einen
gewissen Franz Farwerck verkaufte alte Königskette der
Schützenbruderschaft wieder aufgetaucht ist. Mit Hilfe der Deutschen
Botschaft in sGravenhage, des Generalkonsulates und des Reichsarchivs
in Den Haag sei es gelungen, eine Anschrift des Enkels von Farwerck,
der um 1872 nach Holland ausgewandert war, herauszubekommen. Trotz
intensiver Bemühungen und Besuch einer Delegation der
Schützenbruderschaft in den Niederlanden gelingt es in der Folgezeit
jedoch nicht, die wertvolle Kette wieder in Vereinsbesitz zu bringen.
Im Jubiläumsjahr hat sich der Vorstand dazu entschlossen, nunmehr eine
Kopie anfertigen zu lassen. Rund 7500 Euro wird das Vorhaben kosten,
dank Sponsorenhilfe ist die Finanzierung fast gesichert. Als Vorlage
dienen Fotos, die der Verein von der Altkette hat schießen dürfen.


Wenn auch die Wiederbeschaffung der originalen Königskette in Traum
blieb, so können sich die Schützen im Jahr 1983 immerhin über den
Erwerb einer eigenen Königskutsche freuen. 3500 Mark muss für das gute
Stück, das zuvor in Asbeck im Einsatz war, berappt werden. Rechtzeitig
vor dem Schützenfest wird die festlich geschmückte Kutsche von einem
Konvoi von Radfahrern an der Gemeindegrenze in Empfang genommen.


Zum Politikum wird 1989 die Frage, wo die Obertor-Schützen künftig ihr
Festzelt aufbauen sollen. Gegen den Widerstand der Schützen beschließt
der Gemeinderat, den Standort auf den Mühlenwall zu verlegen und geht
damit auf eine entsprechende Forderung der Lindenstraßen-Anwohner ein,
die sich über eine erhöhte Lärmbelästigung beklagt hatten. Nicht wenige
Schützenbrüder sprechen anschließend erzürnt von einem Platzverweis,
der ihnen erteilt worden sei.

Zum Jubiläumsschützenfest 1990
leistet sich der Verein eine neue Fahne. Mehrere Versammlungen sind
nötig, ehe man sich auf einen der insgesamt drei im Raum stehenden
Entwürfe einigt. Auf dem Patronatsfest wird die Fahne, die für 6800
Mark bei einer münsterschen Fachfirma in Auftrag gegeben wird,
feierlich geweiht. Der zerschlissene Vorgänger aus dem Jahr 1956 wird
vorerst eingemottet. Erst 1997 kommt er zu neuen Ehren, nachdem ihn
einige Schützenfrauen in mühevoller Kleinarbeit wieder auf Vordermann
gebracht haben.

Im Jahr darauf schlägt das vermeintlich schwache
Geschlecht dann richtig zu: Mit Jetty Hellwich regiert eine Frau die
Schützenbrüder und sorgt damit für einen Einbruch in eine bis dato
feste Männerdomäne. Auf dem Thron steht ihr, die ihm übrigen
ordentliches Mitglied der Bruderschaft ist, Franz Marpert zur Seite. Er
trägt einen besonderen Titel: Erstmals hat ein Schöppinger
Schützenverein einen leibhaftigen Prinzen in seinen Reihen...

Geselligkeit und Aktivitäten auch außerhalb des Schützenfestes gehören für die St.-Peter-und-Paul-Schützen
seit Jahren zum festen Vereinsprogramm. So finden in unregelmäßigen
Abständen Tagesausflüge statt 1984 zum Beispiel wurde das inzwischen
aufgelöste Jagdbombergeschwader Hopsten besichtigt. Feste Plätze im
Jahreskalender haben das Doppelkopfturnier und seit 1990 und als
einziger Schöppinger Schützenverein die Teilnahme am Karnevalsumzug des
NSKKV. Last but not least geht der jährlich in der Halle Hüntemann
stattfindende Schießabend der Schützenvereine auf eine Initiative der
Obertorianer zurück. Sie riefen den Vergleich im Jahr 2000 ins Leben
und richteten ihn in den Anfangsjahren auch aus.





Dienstag, 27. Juni 2006  |  Quelle:
Westfälische Nachrichten (Schöppingen)



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